Aktuelle Ausstellung
in der Edition Block

60 Jahre. 60 Werke. Edition Block 1966–2026

29.4. – 31.10.2026

Edition Block
Prager Straße 5
10779 Berlin

s/w Foto zeigt den jungen René Block im Schnee vor der Eingangstür der Galerie. Er ist nach vorn gebeugt und schiebt den Schlitten von Joseph Beuys auf die Kamera zu.

    Sechzig Jahre lassen sich schwer erzählen. Sechzig Werke schon eher.
    Seit 1966 steht die Edition Block für eine Praxis, in der Editionen nie Reproduktionen waren, sondern eigenständige künstlerische Setzungen. Was hier entsteht, ist kein „zweitrangiges“ Kunstwerk, sondern ein anderes, manchmal widerspenstigeres.
    Die frühen Jahre fallen zusammen mit einem Moment, in dem sich der Werkbegriff verschiebt. Fluxus, Konzeptkunst und politisch motivierte Arbeiten suchen nach Formen, die sich verbreiten lassen, die zirkulieren, irritieren und über den Kunstraum hinaus wirksam werden. In diesem Zusammenhang wird das Auflagenwerk zum idealen Medium, nicht als Kompromiss, sondern als Strategie, um Kunst einem größeren Publikum zugänglich zu machen.
    Diese Haltung prägt die Arbeit und das Engagement der Edition Block bis heute. Die Edition ist kein abgeschlossenes Kapitel, sondern ein lebendiger Akteur. Entsprechend versammelt die Jubiläumsausstellung neben inzwischen historischen Arbeiten von Joseph Beuys, KP Brehmer, K.H. Hödicke, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Wolf Vostell (u.a.) auch aktuelle Produktionen von Ayşe Erkmen, Mona Hatoum, Ceal Floyer, Alicja Kwade, Rosa Barba, Mariana Vassileva und Mehtap Baydu (u.a.).
    Über die Jahrzehnte hinweg zeigt sich dabei eine große formale und materielle Bandbreite: Druckgrafik, Objekte, Künstlerbücher, Schallplatten und alles dazwischen.
    Sechzig Werke also, weniger Jubiläumsgeste als Arbeitszustand. Denn die Frage, was ein Kunstwerk ist, wie es zirkuliert, und wen es erreicht, ist nach wie vor nicht abgeschlossen.
    Zum Glück.

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    Aktuelle Ausstellung
    im KIF

    Nasan Tur
    Ekrem

    16.9. – 8.11.2026

    KIF – Kunst im Fenster
    Schaperstraße 11
    10719 Berlin

    Blick auf ein Fenster mit grauem Vorhang, hinter dem ein lebensgroßes Foto von Ekrem Imamoglu hervorblickt.

      Seit 2021 widmet Nasan Tur seine fortlaufende Serie Locked Up Menschen, die aufgrund ihres politischen und gesellschaftlichen Engagements inhaftiert wurden. Ihre Porträts erscheinen hinter Fenstern im öffentlichen Raum und machen diejenigen sichtbar, die durch ihre Inhaftierung aus dem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden. Das Erinnern wird so zu einer Form des Widerstands und hält die Porträtierten auch dort präsent, wo ihre Stimmen zum Schweigen gebracht und sie aus der Öffentlichkeit verdrängt werden sollen.

      Für KIF realisiert Nasan Tur eine neue Arbeit aus der Serie Locked up, die Ekrem İmamoğlu, den 2024 wiedergewählten Oberbürgermeister Istanbuls und einen der wichtigsten politischen Gegenspieler Recep Tayyip Erdoğans, ins Zentrum stellt. İmamoğlu wurde im März 2025 gemeinsam mit zahlreichen weiteren Personen aus seinem politischen Umfeld festgenommen und befindet sich seitdem in Haft. Seine Festnahme erfolgte wenige Tage vor seiner Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Oppositionspartei CHP und löste landesweite Proteste aus. Das Verfahren gegen ihn wird international als politisch motiviertes Vorgehen gegen die türkische Opposition kritisiert.

      In seiner künstlerischen Praxis beschäftigt sich Nasan Tur mit politischen und gesellschaftlichen Machtverhältnissen und damit, wie sie das Handeln des Einzelnen prägen. Im Zentrum steht dabei immer wieder die Frage, welche Möglichkeiten des eigenen Handelns und der Selbstbestimmung unter diesen Bedingungen bestehen.

      Nasan Tur (*1974 in Offenbach am Main) lebt und arbeitet in Berlin und ist Professor an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Seine Arbeiten wurden international unter anderem auf der documenta 14, der Istanbul Biennale und der Taipei Biennale sowie im Centre Pompidou in Paris, im Hamburger Bahnhof in Berlin und im MAXXI in Rom gezeigt. 2023 widmete ihm die Berlinische Galerie die Einzelausstellung Hunted. Aktuell ist seine Arbeit Elevation noch bis zum 4. Oktober 2026 im Rahmen der Manifesta 16 Ruhr in der St. Gertrud Kirche in Essen zu sehen.

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